01.04.2018. von sky63

Russisch-Karelien 2017 - Siebzehnter Tag - Landebahn im Wald

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17. Tag -- Landebahn im Wald

 

Eine warme Morgensonne begrüßt uns heute auf unserer Anhöhe am Weißen Meer. Also nach einem gemütlichen Frühstück nichts wie runter ins kalte Wasser zur Morgenwäsche von Kopf (brrrrr) bis Fuß. Der heutige Tag führt uns zurück nach Umba, wo wir einen kurzen Stop am Umba-Fluß machen. Jede Menge Angler sind hier zu beobachten, kein Wunder, vom Fischreichtum des Umba-Flusses hatten auch wir gelesen.

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Über Kandalakscha führt uns der Weg in Richtung des zentralens Gebirges der Kola-Halbinsel. Die Chibinen sind ein fast kreisrundes Gebirge mit ca. 1200 m Höhe und liegen fast mittig auf der Kola-Halbinsel. Hier wollen wir in den Bergen wandern. Die beiden Bergbaustädte Kirowsk und Apatity liegen am Südrand der Chibinen. Hier zeigt sich wieder mal ein extremer Kontrast herrliche Natur mit schneebedeckten Bergen und herrlicher Tundralandschaft auf der einen Seite, auf der anderen Seite stark sichtbare Eingriffe in die Natur durch den Bergbau, riesige Fabriken und auch Ruinen, rauchende Schlote. Wir versorgen uns und tanken den Dicken noch einmal voll, denn wir wollen ja weiter in die Berge nach Kuelporr, wo sich eine kleine Bergwacht mitten in den Chibinen befinden soll. Doch weit kommen wir nicht. Kurz hinter Kirowsk verliert sich die Piste, die in die Berge führen soll, in einem Tagebau. Ringsum türmen sich Berge von Sand. Wir versuchen mehrere Pisten, die allesamt im Nichts enden. Auch der Rundumblick hilft uns nicht weiter. Kein Weg führt weiter in die Berge. Letztlich vermuten wir, dass die Piste in die Berge erst in ein paar Tagen wieder neu hergerichtet wird, schließlich sind wir am Beginn der Saison hier oben unterwegs.

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Und so müssen wir die Pläne ändern, und schnell ist das nächste Ziel entschieden: eine Landebahn inmitten des Nirgendwo. Von Kirowsk rumpeln wir viele Kilometer über rumpelige Schlaglochpisten durch einsame Waldlandschaften, ab und an rechts oder links ein kleiner See. Die Strecke zieht sich, wir kommen wegen der schlechten Piste nur langsam voran. Und dann auf einmal liegt sie vor uns ... eine schnurgerade mehrere Kilometer lange Landebahn. Mitten im einsamen Wald. Ohne Absperrungen. Wir fahren auf die ebene Fahrbahn und düsen die Landebahn entlang. Einmal hin und einmal zurück. Es ist ziemlich skuril, in dieser einsamen Landschaft allein auf einer Landebahn zu stehen. Einige Birken haben sich durch den Asphalt gedrückt und stehen nur einsam auf dem langen Asphaltband.

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Kurz überlegen wir, auch die Nacht hier zu verbringen, entscheiden uns dann aber nur für einen Fotostop und bauen unser Zelt einige Kilometer weiter auf.

 

 

 

Gelesen 87 mal Letzte Änderung am Donnerstag, 05 April 2018 20:17

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